Sie ist Model, Moderatorin, Videoproduzentin und Schauspielerin: Katharina Kowalewski. Wir haben das Allround-Talent in Berlin getroffen und zum Interview gebeten.

 

Katharina, wann hast du das erste mal beschlossen Schauspielerin zu werden?

Ich war sieben und habe in der Schule Theater gespielt. Mein Vater hat uns immer gefilmt und irgendwie hat mir das ganze so viel Spaß gemacht, dass ich schon damals wusste, dass es das Richtige ist. Es gibt Video- Aufnahmen von mir, auf denen ich als kleines Kind in die Kamera sage: “ Ich muss jetzt ins Theater Papa“. Ich habe irgendwie immer gespielt.

Und dann hast Du aber zuerst an der Sorbonne in Paris studiert?

Ja, ich habe dort TV-Journalismus studiert. Ich habe schnell meine alte Leidenschaft wiederentdeckt. Und zusätzlich bin ich auch zufällig gegenüber von einer Schauspielschule gezogen. Cours Florent. Ich hatte einen Hund und ging dort mit ihm jeden Tag daran vorbei. Natürlich habe ich bald angefangen mit zuschauspielern, zu proben und zu spielen und ehe ich mich versah, nahm ich bei der Aufnahmeprüfung teil. Alles nicht so einfach, denn französisch ist nicht meine Muttersprache.

Wie viele Sprachen sprichst Du?

Ja, meine Familie ist so ziemlich überall. Ich hab Verwandte in Amerika und Kanada, deshalb war englisch und französisch ein Muss. Dazu spreche ich auch polnisch und spanisch. Und ich kann auf ukrainisch singen, denn meine Oma kommt von dort (lacht). 

Wie ist das beim Spielen?

Es hat seine Vor – und Nachteile. Zum einen muss ich aktuell viel an Akzenten arbeiten, denn für Hauptrollen in Frankreich und bei englischsprachigen Filmen muss ich natürlich akzentfrei sprechen können. Generell ist es aber super, denn ich kann dadurch in so vielen Ländern drehen und auch so viele Nationalitäten spielen. Ich gehe ja als Schwedin durch, oder als Französin und natürlich alle Länder in denen ich wirklich Vorfahren habe.

Wie ging es dann weiter mit deiner Schauspielkarriere?

Ich habe dann die Produzentin vom Polanski’s "Pianisten" kennengelernt und sie hat mir Jack Waltzer vorgestellt, vom Actor’s Studio. Hier habe ich 4 Jahre lang Unterricht genommen, In Paris, New York und LA. Jack sagte immer „it takes 20 years to become an actor“. Also habe ich keine Eile. Ich wollte Alles lernen. Von dem Coach, der mit Marlon Brando, meinem Idol, gearbeitet hat und mit Dustin Hoffmann.

Was für Rollen spielst Du?

Oh. Sehr oft die Geliebte - haha. Oder femme fatale. Meistens sehr starke Frauen, die mich herausfordern. Das lustige ist, dass mich nie jemand erkennt. In "Joy de V" hat mich nach der Premiere mit Claudia Cardinale in Paris niemand erkannt. Im Film habe ich dunkle Haare und sie sind in einem Zopf gebunden. Zudem verändert sich mein Gesicht ein wenig, wenn ich in eine Rolle schlüpfe.

Du hast mit Pierre Niney, Laetitia Casta und Claudia Cardinale gedreht wie war das?

Es sind alles wunderbare Schauspieler. Pierre war damals super jung. Wir waren zusammen in „Comme des Frères“  und er hat die ganze Zeit Witze gemacht und wir haben in den Pausen Tränen gelacht. Ich habe ihn kaum wiedererkannt als er im "Saint Laurent"-Film auf einmal erwachsen aussah (lacht). 

Laetitia habe ich sehr bewundert, denn wir hatten eine sehr emotionale Szene für den Film "Arletty". Sie ist so professionell und hat sehr hart gearbeitet an ihrer Rolle, am Akzent, an ihrer Körpersprache. In unsrer Szene hatte sie Special Effects im Gesicht und sah älter aus als sonst.

Du spielst oft dramatische Rollen – kannst Du auf Knopfdruck weinen?

Haha, natürlich aber es geht nicht um das Weinen. Das kann ja Jeder. Es geht um den Charakter und um all die Gefühle, die man hat aber versucht zu verbergen. Wie im wahren Leben. Wir spielen ja die ganze Zeit eine Rolle z.B. jetzt durch Konventionen, Unsicherheiten. Wer ist heute schon echt und authentisch? Fast alle spielen eine Rolle im Leben – deshalb ist die Aufgabe der Schauspieler zu zeigen,was wir wirklich fühlen.

Und was war deine größte Herausforderung?

Ich habe für die Rolle bei der Soko Stuttgart eine Schlangentänzerin gespielt – und um ehrlich zu sein, wusste ich vorher nicht, ob ich Angst haben werden oder nicht. Ich habe beschlossen einfach zu drehen, ohne vorher großartig mit der Schlange zu proben – Ich muss zugeben, ich wollte die Zeit, die ich mit der Schlange verbringe aufs Drehen minimieren. So hatte ich nicht viel Zeit darüber nachzudenken, und war in meiner Rolle. Es war aber eine zwei Meter lange Pyhton und gar nicht so leicht, denn sie macht ein wenig was sie will.

Was steht in Zukunft an?

Man wird mich nächstes Jahr im Polizeiruf Rostock zusammen mit Charly Hübner sehen. Ich habe aktuell ein paar Rollenangebote in Amerika, aber ich bin gerade dabei selbst meinen ersten Langfilm zu entwickeln, in dem ich auch spielen möchte.

Danke Katharina und viel Erfolg auf deinem steilen Weg!