Der gebürtige Westafrikaner Bobby Kolade macht sich in Berlin mit Statement-Pieces aus nachhaltigen Materialien einen Namen als Designer.


Labelgründung

Als Sohn eines Deutschen und einer Nigerianerin kam Bobby Kolade 1987 im Sudan zur Welt und wuchs in Uganda auf. Seine Jugend verbrachte er in Nigeria, wo er eine internationale Schule besuchte. Danach zog es den Westafrikaner nach Deutschland: Er ging nach Berlin und schrieb sich an der „Kunsthochschule Berlin-Weißensee“ ein, um Grafik zu studieren. So wirklich lag ihm das aber nicht und er sattelte um, begann ein Studium in Modedesign. Während des Studiums hielt sich Bobby Kolade zwei Jahre in Paris auf, arbeitete jeweils ein Jahr als Praktikant bei Balenciaga und Maison Martin Margiela, bis er 2013 sein Modedesign-Studium beendete. „Things Fall Apart“ hieß Bobby Kolades Abschlusskollektion, die nicht nur bei Fashion-Victims für Begeisterung sorgte, sondern ihm, dank des vom Berliner Senat dafür verliehenen „Start Your Fashion Business Award“, auch 25.000 Euro Startkapital einbrachte. Im gleichen Jahr folgte der nächste logische Schritt: Die Gründung seines Modelabels „Bobby Kolade „ in Berlin. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Greta Dombrowski ist Bobby Kolade das Herz der Marke, insgesamt zählt sein Team derzeit sechs Personen.


Erste Erfolge

Neben dem Preis des Berliner Senats, der die Gründung seines Labels überhaupt erst möglich machte, wurde Bobby Kolade ebenfalls 2013 mit dem „New Star Award“ bei den „Shenzhen Design Awards“ ausgezeichnet. Anfang 2015 gelang Bobby Kolade ein weiterer Coup: Zum ersten Mal präsentierte der Designer seine Mode auf der „Mercedes-Benz Fashion Week Berlin“. Außerdem gehörte er im September 2015 zu den vielversprechenden Nachwuchstalenten, die Teil der Präsentation des Berliner Modesalons im Rahmen der Paris Fashion Week waren. Innerhalb kurzer Zeit konnte Bobby Kolade damit auch in der internationalen Modeszene auf sich aufmerksam machen. Kein Wunder, dass der Designer 2015 für den „International Woolmark Prize“ nominiert war.


Was macht Bobby Kolade aus?

Obwohl er nicht darauf reduziert werden möchte, kann Bobby Kolade den Einfluss seiner westafrikanischen Herkunft auf seine Modeentwürfe nicht leugnen – und will das inzwischen auch gar nicht mehr. „Es gehört nun mal zu mir“, betont der Designer gegenüber „Vogue“. Farbenfrohe, exzentrische Kreationen, Materialmix, Statement-Wollanzüge und Mäntel aus geschöpften Stoffen aus Uganda, Äthiopien oder anderen afrikanischen Ländern – das alles kommt einem in den Sinn, denkt man an Bobby Kolade. Das Thema Nachhaltigkeit liegt dem Jungdesigner bei seiner Arbeit besonders am Herzen. Bobby Kolade verzichtet komplett auf die Verarbeitung von Leder und Fell und produziert 90 Prozent aller Produkte regional, um die Umweltbelastung möglichst gering zu halten. Ein wichtiger Bestandteil seiner Designs sind deshalb Alternativmaterialien wie Feigenbaumrinde, die nach der Verarbeitung optisch an Leder erinnert.

Bobby Kolade, Credit: Huss&Truong14

Aktuelle Projekte

Das Hauptaugenmerk des Designers und Jungunternehmers liegt momentan noch auf der Expansion seines Labels. „Meine Geschäftspartnerin Greta und ich befinden uns in der spannendsten Zeit: Am Anfang. Jeder Tag ist wie kein anderer, wir lachen viel im Studio mit unserem Team und haben das Gefühl, alles zum ersten Mal zu machen“, verriet Bobby Kolade dem „ZEITmagazin“. Seit Kurzem hat Bobby Kolade einen Online-Shop, in dem ausgewählte Teile seiner Kollektion von jedermann erworben werden können.



Weitere Informationen zu Bobby Kolade: http://bobbykolade.com/home

Bild-Credit: Huss&Truong14