Jean Paul Gaultier ist ein Meister der ausgefallenen und provokanten Kreationen, er gilt als das „Enfant terrible“ der Modeszene und verhalf mit seinen ausgefallenen und provokanten Kreationen nicht nur dem Popstar Madonna zu aufsehenerregenden Outfits, die in die Geschichte eingingen.


Labelgründung

Ein spannender Fakt gleich zu Beginn: Jean Paul Gaultier hat nie eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Modedesign absolviert. Seinen Weg ebnete ihm allein seine Kreativität. Und die zeigte sich schon sehr früh. 1952 wurde Jean Paul Gaultier im französischen Arcueil geboren. Seine ersten Kreationen entwarf er zu Hause – und zwar für seinen Teddybären Nana. Ihm verpasst Jean Paul Gaultier als Kind kleine Kegel aus Papier. Schon als Jugendlicher begann Gaultier, seine Skizzen an bekannte Designer zu verschicken. Diese Hartnäckigkeit hatte Erfolg: Pierre Cardin erkannte das Talent des damals 18-jährigen Jean Paul und machte ihn zu seinem Assistenten. Es folgte eine Zusammenarbeit mit Jean Patou. Während seiner Zeit bei dem Haute-Couture-Haus konnte Jean Paul Gaultier seine handwerklichen Fähigkeiten verbessern. 1976 wagte er den großen Schritt und entwarf seine erste eigene Kollektion. Mit einfachsten Materialien, darunter Nägel und Bast, und mithilfe seiner Cousine und einiger weniger Mitarbeiter entstand so exzentrisch-punkige Mode. 1978 gründete er seine eigene Gesellschaft: Jean Paul Gaultier SA.


Erste Erfolge

In den 80er-Jahren festigte Jean Paul Gaultier seinen Ruf als Enfant terrible der Modewelt – unter anderem mit einem Hosenrock für den Mann sowie seiner Idee, Unterwäsche  als Oberbekleidung zu designen. Extravagante Büstenhalter und Korsetts wurden zu seinem Markenzeichen. Bis heute unvergessen ist der Spitz-BH, den Jean Paul Gaultier Popikone Madonna 1990 auf den Leib schneiderte. Madonna zeigte sich von seiner Arbeit so begeistert, dass sie Gaultier als Kostümbildner für ihre „Blond Ambition Tour“ engagierte. In den frühen 90ern brachte Jean Paul Gaultier auch seine Unisex-Linie JPG by Gaultier mit sehr sportlicher Mode auf den Markt. Jean Paul Gaultier kreiert auch eigene Düfte und ist damit seit Jahrzehnten ziemlich erfolgreich: Das nach ihm benannte Parfüm, das er 1993 lancierte, ist mittlerweile ein Klassiker.


Was macht Jean Paul Gaultier aus?

Jean Paul Gaultiers unnachahmlich ironische Art, High-Fashion mit einem Hauch Trash sowie Anleihen aus Travestie- und Fetischmode zu kombinieren, brachte ihm internationale Aufmerksamkeit. Strenge Konventionen interessierten den Self-made-Designer nie - seine Kollektionen präsentierte er gerne an übergewichtigen, älteren oder stark tätowierten Models. Dabei ist Jean Paul Gaultier wandelbar und spaziert mit seinen Kollektionen lässig über die großen Laufstege der Welt – schließlich lernte er sein Handwerk im Hause Jean Patou – und ist bereits seit 1998 bei den Haute-Couture-Schauen in Paris dabei. Im Jahr 2003 stieg Jean Paul Gaultier bei dem französischen Traditionsunternehmen Hermès ein und ist seitdem für die Damenlinie des Hauses verantwortlich. Ein unerwarteter Schritt, doch die Zusammenarbeit ist erfolgreich. Jean Paul Gaultier bringt den gewünschten frischen Wind in die Luxusmarke.

Credit: HellN - CC BY 2.0

Aktuelle Projekte

2014 verkündete Gaultier, er wolle sich aus dem schnelllebigen Prêt-a-Porter-Geschäft der Mode zurückziehen. Im September 2014 findet seine letzte große Prêt-a-Porter-Show in Paris statt. Mit großem Staraufgebot wird die Kollektion „Miss Jean Paul Gaultier 2015“ präsentiert – unter anderem lief Grand-Prix-Gewinnerin Conchita Wurst als Braut auf dem Runway. Künftig, so der Designer, wolle er lediglich kleine Haute-Couture-Kollektionen entwerfen sowie seine Parfüms weiterentwickeln. Zuletzt präsentierte Jean Paul Gaultier in Paris eine Herbst-/Winterkollektion 2015/16, die von bretonischer Trachtenmode inspiriert ist.



Weitere Informationen zu Jean Paul Gaultier: http://www.jeanpaulgaultier.com/de

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