Die gebürtige Iranerin Nobieh Talaei sorgt mit ihrem frisch gegründeten Label nicht nur in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit.


Labelgründung

Nobieh Talaei wurde 1978 in Teheran geboren und wuchs dort bis zu ihrem zwölften Lebensjahr auf, bevor die Familie nach Berlin übersiedelte. Schon früh kam sie dank ihrer Großmutter, einer Schneiderin mit nomadischen Wurzeln, mit traditioneller Handwerkskunst in Kontakt. Eine Bekanntschaft, die ihre Arbeit auch heute noch prägt. Ihre Liebe zur Mode blieb Nobieh auch in ihrer neuen Heimat Deutschland erhalten: Sie studierte in Berlin Modedesign an der „Esmod“, wo sie 2003 ihren Abschluss machte. Bis zur Gründung ihres ersten eigenen Labels vergingen allerdings noch ganze zwölf Jahre. Anstatt sich also gleich in ihre eigene Modewelt zu stürzen arbeitete sie als Merchandiserin bei einer internationalen Marke für Frauenmode, im Retail-Management einer Luxusmarke und versuchte sich auch mit Interior Design. 2015 kehrte sie dann endlich zu ihrer großen Liebe zurück und gründete ihr Label Nobi Talei, natürlich in ihrer Heimatstadt Berlin.


Erste Erfolge

Obwohl es sich bei Nobi Talei um ein sehr junges Label handelt, konnte Talei mit ihren Entwürfen schon einige Erfolge für sich verbuchen. Schon 2003 sorgte die damals 25-Jährige mit ihrer Abschlusskollektion an der „Esmod“, einer Menswear-Kollektion, für Aufmerksamkeit und durfte im Anschluss ihre Kreationen auf der „PREMIUM“ präsentieren. Nach ihrer Labelgründung 2015 wurde Nobiehs Debütkollektion „comeback“ gleich eine besondere Ehre zuteil: Die Kreationen für Frühjahr/Sommer 2016 wurden nämlich nicht nur auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin vorgestellt, VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp höchstpersönlich ludt Nobieh Talaei außerdem ein, ihre Kollektion im Berliner Modesalon zu präsentieren. Doch das ist noch nicht alles: Nobi Talai ist eines von zwei geförderten Labels des „Fashion Council Germany“, der in diesem Jahr zum ersten Mal eine Förderung für Jungdesigner vergibt.


Was macht Nobi Talai aus?

Ihre persischen Wurzeln sieht man den Entwürfen von Nobieh Talaei an. Die Designs erinnern an Wüste und feiern die moderne Nomadin: Drapierte und gewickelte Stoffe, vor allem Seide, Baumwolle, Bast und Leinen, viel Volumen auf der einen Seite; Minimalismus, Sachlichkeit und gedeckte Farben in Erdtönen auf der anderen. Der perfekte Mix ihrer multikulturellen Herkunft eben. Sie selbst beschreibt ihre Kreationen übrigens so: „Mein Design stellt die Verbindung aus skulpturalen und malerischen Elementen dar, die auf archetypischen und puristischen Formen basieren.“

SS 16, Credit: Alexx ans Anton

Aktuelle Projekte

Nach der erfolgreichen Präsentation der Debütkollektion in Berlin startet Nobi Talai jetzt auch international durch: Als eines von 28 ausgewählten Labeln, darunter etablierte Größen wie Talbot Runhof oder Lala Berlin, konnte Talai im Herbst ausgewählte Kreationen ihrer Frühjahr/Sommerkollektion 2016 im Rahmen des Berliner Mode Salons auf der Fashion Week in Paris zeigen. Zum Kontakte knüpfen ist ein solcher Auftritt natürlich perfekt: Zu den berühmten Gästen zählten unter anderem Karl Lagerfeld und Suzy Menkes. Dem internationalen Durchbruch dürfte also nichts mehr im Weg stehen. Jetzt arbeitet Nobieh Talaei schon fleißig an ihrer nächsten Kollektion und baut ihr Label weiter aus: „Mein eigenes Label aufzubauen ist die schönste Herausforderung, die ich mir als Jungunternehmerin vorstellen kann. Meine Aufgabe besteht darin, Kreativität und wirtschaftliche Realität erfolgreich auszubalancieren.“



Weitere Informationen zu Nobi Talai: http://www.nobitalai.com/

Bild-Credit: Alexx and Anton