Die Tochter aus berühmtem Hause hat sich ungeachtet aller Unkenrufe als eine der erfolgreichsten Designerinnen etabliert.


Labelgründung

Stella McCartney hat sich nie für ihre Herkunft geschämt. Im Gegenteil: Die Tochter von Ex-Beatles-Legende Paul McCartney und der Musikerin und Fotografin Linda McCartney holte schon zu Beginn ihrer Modekarriere das Beste aus ihren Kontakten heraus. Ihre Abschlusskollektion am Central Saint Martins College of Art and Design in London wurde 1995 von Supermodels wie Kate Moss und Naomi Campbell auf dem Laufsteg präsentiert. Die Musik für die Show wurde eigens von ihrem Vater komponiert. Bereits zwei Jahre später ernannte das Pariser Modehaus Chloé den berühmten Musikerspross zur Kreativdirektorin. Vorgänger Karl Lagerfeld und andere Modeexperten hielten mit ihren Vorbehalten gegen die Personalentscheidung nicht hinter dem Berg. Stella McCartney strafte mit ihrem kreativen wie kommerziellen Erfolg alle Kritiker Lügen. 1999 wurde sie bei den Elle Style Awards in London als britischer Designer des Jahres geehrt. 2001 gründete sie mit der Gucci Group das nach ihr benannte Label.


Erste Erfolge

Im Oktober 2001 zeigte die Designerin in Paris ihre erste Kollektion unter eigenem Namen. Vater Paul, Schauspieler Jude Law und Künstler Damien Hirst bewunderten in der ersten Reihe die teils extrem gewagten Entwürfe. Neben den sexy Stücken überzeugte McCartney die Kritiker aber auch mit eleganten Seidenkreationen. 2003 brachte die Designerin ihr erstes Parfüm „Stella“ auf den Markt. Im Jahr darauf verkündete sie ihre bis heute andauernde Kooperation mit dem Sportartikelhersteller adidas.


Was macht Stella McCartney aus?

Stella McCartneys Mode zeichnet sich durch klare Linien, fließende Stoffe und klassische Eleganz mit einer Prise Rock-Chic aus. Sie war zudem eine der ersten Mainstream-Designer, die Leder und Pelz boykottieren. Das Label Stella McCartney ist nach eigenem Bekunden „die erste und einzige vegetarische Luxusmarke der Welt“. Die überzeugte Vegetarierin begründet diese Entscheidung nicht nur mit ethischen Argumenten, sondern auch unter dem Blickpunkt der nachhaltigen Produktion. McCartney verwendet allerdings tierische Produkte wie Seide oder auch Wolle für ihre Mode. Die Designerin nutzt zudem ihre private Freundschaft zu berühmten Persönlichkeiten für berufliche Kollaborationen. Sie entwarf Madonnas Brautkleid für deren Hochzeit mit dem Regisseur Guy Ritchie und später auch Bühnenoutfits für Madonnas „Reinvention“-Tour. Auch mit Freundin Gwyneth Paltrow hat die Designerin mehrfach zusammengearbeitet. Mit Angelina Jolie entwarf sie Kinderkostüme.  

Winter 2015, Credit: instagram.com/stellamccartney/

Aktuelle Projekte

Stella McCartney trifft dank ihrer alltagstauglichen Entwürfe den Geschmack zahlreicher Kundinnen weltweit. Neben Ready-to-Wear für Frauen umfasst ihr Label auch Accessoires, Lingerie, Brillen, Parfüm und Kindermode. Stella McCartney ist mit ihren Produkten mittlerweile in über 30 eigenständigen Geschäften von Hollywood über Paris bis Peking vertreten. Online werden ihre Entwürfe in rund 100 Länder weltweit verschickt. Zum allgemeinen Bekanntheitsgrad der Designerin trugen auch die Olympischen Sommerspiele 2012 in London bei, für die McCartney alle Trikots des britischen Teams entwarf. In dem Jahr stiegen Gewinn und Umsatz ihres Labels um jeweils rund 20 Prozent. In ihrer Kollektion für Frühjahr/Sommer 2016 überraschte die Britin mit auffälligen Karo- und Streifenmustern. Zur Not verteidigt sie ihr geistiges Eigentum auch vor Gericht: So verklagte McCartney gerade das Label Steve Madden wegen einer angeblich abgekupferten Handtasche.  



Weitere Informationen zu Stella McCartney: http://www.stellamccartney.com/de

Bild-Credit: instagram.com/stellamccartney/