Über Umwege zur Designerin geworden, ist Vera Wang zwar heute immer noch berühmt für ihre Hochzeitskleider, hat sich inzwischen aber ein wahres Modeimperium aufgebaut.


Labelgründung

Eigentlich wollte Vera Wang Eiskunstläuferin werden. Die Tochter chinesischer Einwanderer, die 1949 in New York City geboren wurde, begann als Kind mit dem Sport und trat 1968 sogar bei den US-Meisterschaften an. Als sie sich danach jedoch nicht für die Olympischen Spiele qualifizierte, sattelte Vera kurzerhand um und begann eine Karriere in der Modeindustrie, wo sie zunächst 16 Jahre lang als Redakteurin für die Modebibel ‚Vogue’ arbeitete. Irgendwann reichte Vera das allerdings nicht. Sie ging für zwei Jahre als Design Director zu Polo Ralph Lauren und als 1989 ihre eigene Hochzeit anstand, entwarf sie kurzerhand ihr eigenes Brautkleid, da ihr das, was der Markt zu bieten hatte, einfach nicht gefiel. Nur ein Jahr später eröffnete sie in New York ihren ersten Brautmodenladen. Es dauerte nicht lange und schon bald wollte jede Braut, die etwas auf sich hielt, in einem Kleid von Vera Wang heiraten: Mariah Carey, Jennifer Lopez und Victoria Beckham schritten alle in ihren Kreationen vor den Traualtar. Auf diesen Lorbeeren ruhte sich Vera allerdings nicht aus, sie wollte mehr: Im Jahr 2000 brachte sie deshalb ihre erste Ready-to-Wear-Kollektion auf den Markt. Inzwischen umfasst die Marke Vera Wang nicht nur Hochzeits- und Damenmode, sondern vertreibt von Parfüm über Schmuck bis hin zu Haushaltswaren alles, was das Herz begehrt.


Größte Erfolge

Inzwischen kann Vera auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken und hat sich auch abseits von Brautmoden einen Namen gemacht. Ihr Unternehmen mit Shops auf der ganzen Welt umfasst über 200 Mitarbeiter. 2005 wurde sie vom CFDAals Womenswear-Designerin des Jahres ausgezeichnet – ein Meilenstein für ihre Karriere. „Dafür haben sich all die Jahre bei ‚Vogue’ und bei Ralph und in der Brautmode gelohnt“, sagt sie selbst darüber. „Entweder man steht in den Geschichtsbüchern oder nicht. Als Eiskunstläuferin habe ich es nicht in die Geschichtsbücher geschafft, aber hier schon.“ Inzwischen kann Vera zahlreiche Preise ihr Eigen nennen: 2009 wurde sie in die Hall of Fame des Eiskunstlaufes aufgenommen, für ihre Arbeit als Designerin der Kostüme; 2013 verlieh ihr der CFDA den „Geoffrey Beene Award“ für ihr Lebenswerk. Aber die größte Auszeichnung dürfte für Vera die anhaltende Beliebtheit ihrer Braut- und Abendmode sein. Stars wie Keira Knightley, Michelle Obama und Mila Kunis zählen zu ihren Fans.


Was macht Vera Wang aus?

Obwohl Vera Wang inzwischen eine Vielzahl an Bereichen abdeckt, ist sie immer noch vor allem für ihre eleganten Braut- und Abendkleider bekannt. Dabei entwirft sie jenseits von Kitsch extravagante und romantische Roben mit Liebe zum Detail. Kunstvolle Drapierungen, ohne dabei die Silhouette zu verlieren, zählen zu Veras Stärken. Ihre Ready-to-Wear-Kollektionen sind indes geprägt von klaren Linien und simplem Chic – Hauptsache tragbar und bequem. „Das spiegelt wider, wie ich selbst lebe und mich kleide“, verrät die Designerin.

Vera Wang

Aktuelle Projekte

Vera Wang hat momentan alle Hände voll zu tun: Zurzeit präsentiert sie die Kreationen ihrer neuen Brautmodenkollektion für Herbst 2016. Dafür ließ sich Vera, wie schon bei der Vorgänger-Kollektion im Frühling, von Spanien inspirieren: „Hotel Madrid Part Two“ heißt die Linie und ist geprägt von übergroßen Schleifen, bauschenden Röcken und Korsetten. Details aus Spitze und Federn zieren die eleganten Roben. Von konventionell bis unkonventionell – für jede Braut ist etwas dabei. Neben dieser Kollektion brachte Vera mit „Hippie Princess“ ein weiteres Parfüm auf den Markt und wagte sich außerdem noch auf neues Terrain: Gemeinsam mit Paperless Post entwickelte sie eine Kollektion an Briefpapier, damit auch die Hochzeitseinladungen perfekt und elegant werden. „Die Braut von heute verdient schöne, moderne Designs, die zu ihrem Lifestyle passen“, so Vera Wang.



Weitere Informationen zu Vera Wang: http://www.verawang.com/

Bild-Credit: Christopher Macsurak - CC BY 2.0