Diese Karriere hätte ihr kaum jemand zugetraut: Victoria Beckham hat sich vom „Spice Girl“ zur gefeierten Designerin gemausert.


Labelgründung

Eine Sängerin, die Designerin werden will? Vor Victoria Beckham galt dieser Karriereweg als typische Mogelpackung, bei der Prominente von anderen Designern entworfener Kleidung einfach nur ihren Namen leihen. Doch Beckham meinte es ernst. Mit den Spice Girls war die Tochter vermögender Eltern zu einem der erfolgreichsten Pop Acts der 90er Jahre aufgestiegen – passenderweise als stets schick herausgeputztes „Posh Spice“. Ihre ab dem Jahr 2000 gestartete Solokarriere lief eher schleppend und die seit 1999 mit Fußballstar David Beckham verheiratete Sängerin konzentrierte sich verstärkt auf ihre Liebe zur Mode. Sie startete eine eigene Jeans-Kollektion, entwarf Sonnenbrillen und brachte eine Kosmetiklinie auf den Markt. Im September 2008 schließlich wagte Beckham den großen Sprung und startete das nach ihr benannte Label.


Erste Erfolge

Schon mit ihrer ersten Ready-to-Wear-Kollektion brachte Victora Beckham etwaige Kritiker umgehend zum Verstummen. Die Debütantin präsentierte Kleider, die sofort reißenden Absatz fanden. Ihr Erfolgsgeheimnis: Jedes Teil sah aus, als ob es direkt aus ihrem eigenen Kleiderschrank kommen könnte, wie die US-Ausgabe der Modebibel Vogue feststellte – ohne dabei allerdings wie eine billige Kopie anderer Designer zu wirken. Beckham präsentierte schmale Kleider in Knielänge mit einem durchgehenden Reißverschluss am Rücken. Der wurde sogleich zu ihrem Markenzeichen, das umgehend ausgiebig kopiert wurde. Ihre erste Kollektion machte zudem deutlich: Die Designerin Beckham setzt nicht auf schlagzeilenträchtige Extrem-Entwürfe. Ihr Name sollte für tragbare, hochwertige und feminin-toughe Mode stehen. Schnell wurde die Britin von ihren neuen Kollegen akzeptiert. 2011 gewann Victoria Beckham bei den British Fashion Awards den Titel als „Designer Brand of the Year“.


Was macht das Vivienne Westwood aus?

Die klaren Linien sind weiterhin ein Erkennungsmerkmal von Victoria Beckhams Entwürfen. Understatement und Finesse machen aus eigentlich simplen Designs raffinierte Fashion Statements mit Kauf-Appeal. „Sie nimmt konventionelle Kleider und lässt sie hervorstechen“, lobte die Chefin der britischen „Vogue“, Alexandra Shulman 2010 den Newcomer. Kleider zählen weiterhin zu den großen Stärken der Designerin. Mittlerweile umfasst Beckhams Definition von weiblichem Chic aber auch schmal geschnittene Hosen, lange Röcke oder luxuriöse Mäntel. Oft dominieren Schwarz und Weiß. Beckham setzt Farbe sehr gezielt und bewusst ein. Wilde, bunte Muster waren lange Zeit kaum in ihren Kollektionen zu finden. Das hat sich in den vergangenen Jahren aber geändert.

Neben der Kleidung sind auch die Accessoires von Victoria Beckham gefragt. Dazu gehören weiterhin Sonnenbrillen, vor allem aber luxuriöse Handtaschen. Deren Preis liegt mit etwa 1.200 bis 3.500 Euro im hochpreisigen Segment. Die Designerin hat aber auch schon Taschen für bis zu 25.000 Euro angeboten.

Victoria Beckham mit Models

Aktuelle Projekte

Victoria Beckham ist als Designerin gewachsen. Das fiel Kunden wie Kritikern in den vergangenen Monaten besonders stark auf. Wo früher hautenge Kleider und schwindelerregend hohe Absätze dominierten, fehlt dieser offensichtliche Glamour-Faktor in den aktuellen Kollektionen der vierfachen Mutter. Die Schuhe sind flach und ebenso entspannt präsentieren sich auch die Entwürfe. Locker fallende Hosen, flatternde Kleider und vor allem knallige Surfer-Prints versprühen in der Kollektion für das Frühjahr 2016 eine ungewohnte Lässigkeit mit einer ordentlichen Prise Kalifornien, die Modeexperten begeisterte.



Weitere Informationen zu Victoria Beckham: https://www.victoriabeckham.com/eu/shop/

Bild-Credit: instagram.com/victoriabeckham/