Die Queen of Punk hat auch nach über 40 Jahren im Geschäft ihre Exzentrik nicht verloren und versteht es immer noch zu provozieren.


Labelgründung

Vivienne Westwood wurde als Vivienne Isabel Swire geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen in der englischen Kleinstadt auf. Zunächst machte sie eine Ausbildung zur Lehrerin und heiratete den Werkzeugmacher Derek Westwood, dessen Nachnamen sie auch nach der Scheidung behielt. Ihre Anfänge als Modedesignerin machte Vivienne Westwood zusammen mit ihrem neuen Freund, Malcolm McLaren. Die beiden eröffneten 1971 eine Boutique, die im Laufe der Jahre verschiedene Namen trug, unter anderem „Let it rock at Paradise Garage”, „SEX“ und schließlich „Worlds End“, wie der Laden heute noch heißt. Die Klamotten, welche die beiden gemeinsam entwarfen, waren inspiriert von den Looks von Bikern, Fetischisten und Prostituierten und richteten sich bewusst gegen den bevorzugten Hippie-Look der Zeit: Je punkiger desto besser. 1981 präsentierten Vivienne Westwood und Malcolm ihre erste Laufstegkollektion „Pirates“. Nach der Trennung des Paares machte die Britin alleine weiter und legte den Grundstein für ihr heutiges Modeimperium.


Größte Erfolge

Nachdem Vivienne Westwood 1990 und 1991 zur britischen Modeschöpferin des Jahres gekürt wurde, ernannte sie die Queen im Jahr 1992 für ihren Verdienst für die britische Modeindustrie zum „Officer of the Order of the British Empire“. 14 Jahre später wurde sie sogar zur „Dame Commander“ und damit in den Adelsstand erhoben. Außerdem ist sie Ehrensenatorin der Universität der Künste in Berlin, wo Vivienne Westwood von 1993 bis 2005 unterrichtete. 2015 bekam sie den André Leon Talley Award für ihr Lebenswerk. Inzwischen entwirft Vivienne Westwood nicht mehr nur Mode: Sie bringt Parfüms, Schmuck und Taschen auf den Markt, designte schon Uhren für Swatch und Teegeschirr für Wedgwood. Ihr Unternehmen hat Boutiquen auf der ganzen Welt und macht im Jahr über 250 Millionen Euro Umsatz.


Was macht Vivienne Westwood aus?

Vivienne Westwood ist vor allem für ihre Exzentrik berühmt, die sich natürlich auch in ihren Designs widerspiegelt. Trotzdem möchte sie nicht nur auf den ewigen Punk reduziert werden. Einige Dinge finden sich in ihren Entwürfen aber immer wieder: Viktorianische Einflüsse, Kurtisanen-Stil, Piraten-Look und Schottenmuster beispielsweise – sie entwarf sogar ein eigenes Karomuster namens „MacAndreas“ . Doch Vivienne Westwood will nicht nur Mode kreieren, sondern auch Statements setzen und etwas bewegen. Deshalb kann man bei ihren Modenschauen eigentlich schon fast mit verrückten Aktionen rechnen, die auf Probleme wie Klimawandel oder die Sparpolitik Englands aufmerksam machen. Kein Wunder also, dass sie seit 2007 auf die Verarbeitung von Pelz verzichtet.

Bridal Couture, Vivienne Westwood

Aktuelle Projekte

Zurzeit sorgt Vivienne Westwood mit einigen neuen Projekten für Aufmerksamkeit. Zunächst eröffnete sie in Shanghai ihr erstes Vivienne Westwood Café, ein weiteres folgte in Hongkong. Außerdem stand die zweite Kollektion ihrer Zusammenarbeit mit der Cambridge Satchel Company, für die sich die Designerin von ihrer allerersten Laufstegkollektion „Pirates“ inspirieren ließ, auf dem Plan: Die Taschen, die je nach Modell zwischen 155 und 330 Euro kosten, ziert ihr ikonischer Schnörkel-Print in verschiedenen Farben. Außerdem präsentierte Vivienne Westwood auf der Fashion Week in Paris die aktuellste Kollektion ihres Gold Labels, die den Titel „Mirror the World“ trägt. Auch hier ging es ihr wieder um mehr: Inspiration für die Show war die Idee, die Stadt Venedig vor dem Klimawandel zu retten. Ihre Models schickte Vivienne Westwood deshalb in reichhaltigen Farben aus der Vergangenheit der Stadt, Vintage-Blumenprints, Schuluniformjacken und Buttons mit der Aufschrift „Politiker sind Kriminelle“ über den Laufsteg.



Weitere Informationen zu Vivienne Westwood: http://www.viviennewestwood.com/

Bild-Credit: instagram.com/viviennewestwoodofficial/